Batteriespeichersystem Energiecampus Leeuwarden: vom Solarpark zur flexiblen Energiedrehscheibe
Für den Energiecampus Leeuwarden im niederländischen Friesland hat iwell gemeinsam mit dem Energiedienstleister AQ Storage ein 2-MW/4-MWh-Batteriesystem realisiert, direkt gekoppelt an den benachbarten Solarpark Schenkenschans. Der Speicher nimmt lokal erzeugte Energie auf und gibt sie ab, wenn die Nachfrage steigt. Gleichzeitig stellt das System Regelleistung für das Stromnetz bereit. Derselbe Netzanschluss übernimmt damit eine deutlich aktivere Rolle im Energiesystem.
Über den Energiecampus Leeuwarden
Das Kernstück des Energiecampus Leeuwarden liegt auf dem ehemaligen Deponiegelände Schenkenschans. Wo früher Bau- und Abbruchabfälle gelagert wurden, stehen heute unter anderem das in Kreislaufbauweise errichtete Energie-Kompetenzzentrum und ein Solarpark. Der Standort hat sich buchstäblich gewandelt – von einer Deponie zu einem Reallabor für die Energiewende. Das Projekt zeigt, was entsteht, wenn Projektentwickler, Technologiepartner und Solaranlage gemeinsam an konkreten Lösungen für die regionale Energieversorgung arbeiten.

Die Herausforderung
Ein Solarpark verdient an seinem eigenen Strom über weite Teile des Tages kaum etwas. Zur Mittagszeit, wenn die Einstrahlung am höchsten ist, speisen in Deutschland alle gleichzeitig ein – der Spotpreis bricht ein, teils bis in den negativen Bereich. Genau in der produktivsten Stunde ist der erzeugte Strom am wenigsten wert.
Das belastet das Erlösmodell von Solarparks strukturell. Ein Batteriesystem kann das abfedern – aber nur, wenn die Steuerung stimmt.
Für dieses Projekt gab es drei konkrete Anforderungen:
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Mittagsstrom zu Niedrigpreisen nicht einspeisen, sondern speichern und in die Abendspitze verschieben.
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Das Regionalnetz von Netzbetreiber Liander entlasten.
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Das System nicht auf eine einzige Funktion beschränken: Es sollte sowohl Solarstrom verschieben als auch aktiv auf Netzschwankungen reagieren – und damit Teil eines dynamischeren Spektrums aus Energiehandel, Engpassmanagement und Netzstabilisierung werden.
„Mit diesem Projekt zeigen wir, dass Solarenergie erst dann wirklich wertvoll wird, wenn man auch Kontrolle darüber hat, wann man diese Energie einsetzt."
David van Arend
Business Developer, AQ Storage
Die Lösung
Das 2-MW/4-MWh-System ist an den Solarpark gekoppelt und an die Einspeisestation der Bio-LNG-Anlage auf dem Energiecampus angeschlossen. Es ist nicht für eine einzige Aufgabe ausgelegt. Dieselbe Batterie speichert Solarstrom, reagiert auf Marktpreise und stellt Flexibilität für das Netz bereit.
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Zeitliche Verschiebung von Solarstrom
Zur Mittagszeit, wenn Strom wenig wert ist, wird die Energie gespeichert statt eingespeist. In der Abendspitze kommt sie wieder frei. Das dämpft Netzspitzen und holt mehr Wert aus derselben Solaranlage heraus.
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Primärregelleistung (FCR)
Im EMS ist FCR-Funktionalität integriert und in Betrieb. Die Batterie reagiert automatisch und innerhalb von Sekunden auf Frequenzschwankungen im Stromnetz – und trägt so zur Netzstabilität bei.
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Das System leistet damit einen Beitrag zu einem stabileren und zukunftsfähigeren Energiesystem.

Software, die mit der nächsten Anforderung mitwächst
Der Solarpark erzeugt heute denselben Strom wie am ersten Tag. Durch den 4-MWh-Speicher und die EMS-Steuerung muss diese Energie aber nicht mehr unmittelbar nach der Erzeugung ins Netz. Das System schafft Spielraum: warten, verschieben, reagieren – auf die Sonne, auf den Markt, auf das, was das Netz gerade braucht.
Was dieses Projekt zeigt: Der Wert steckt in der Steuerung. Die Batterie steht jahrelang am Standort, während sich Energiemärkte, Netzrestriktionen und Erlösmodelle weiterentwickeln. Was das System langfristig bringt, hängt nicht allein von den MW und MWh ab, die am ersten Tag installiert wurden. Sondern davon, für wie viele Anwendungen es im Lauf seiner Lebensdauer eingesetzt werden kann.

















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